Eine Zusammenstellung für die SchülerInnen:

Die TeilnehmerInnen müssen alleine und in Gruppen bestimmte praktische Aufgaben ("Tasks") ausführen und werden dabei von geschulten Assessorinnen beobachtet und beurteilt.
Dabei gilt beispielsweise für das berufsorientierte AC Berufscasting (vgl. Ebbinghaus u. a. 2003, S. 14):
- Die Aufgaben sollten typisch für das Aufgabenspektrum des Berufsfeldes sein.
- Neben "interessanten" Aufgaben sollten auch Routineaufgaben gestellt werden.
- Die Aufgaben sollten einen möglichst umfangreichen Einblick in die (positiven wie negativen) Anforderungen eines Berufsfeldes gewähren.
- Die Aufgaben sollten Bezüge zu den Inhalten aufweisen, die in den für das Berufsfeld relevanten Ausbildungsordnungen festgeschrieben sind.
- Das Anforderungsniveau sollte für die Zielgruppe angemessen sein.
- Die Aufgaben sollten für die Beobachtungskriterien bedeutsame Verhaltensweisen evozieren.

Beobachtet und beurteilt werden mittels eine vierstufigen Skala
- berufsfeldübergreifende Kompetenzen (Interpersonelle Kompetenzen wie Individualverhalten in Gruppen, Sozialverhalten in Gruppen, Sozialverhalten in Arbeitszusammenhängen; intrapersonelle Kompetenzen wie Problemlösungsverhalten, Leistungsverhalten);
- berufsspezifische Kompetenzen (Arbeitsorganisation, Arbeitstempo, Geschicklichkeit, Ordnungssinn, Selbstständigkeit, Verhalten gegenüber Fachanleitern, Verhalten gegenüber Gleichaltrigen);
- integrierende Kompetenzen (Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit).

Die BeobachterInnen gleichen ihre Beobachtungen in jedem einzelnen Fall auf einer Beobachterkonferenz ab. Hier werden die Beobachtungen, Eindrücke und Schlussfolgerungen ausgetauscht. Dabei gilt in der Regel das Prinzip: Konsensbildung durch Diskussion und nicht durch Arithmetik oder Mehrheitsentscheidung.

Sehr beliebt sind auch erlebnispädagogische Elemente in Form von "Outward Bound" oder "City Bound" als "ergänzendes Element in Verfahren der Kompetenzfeststellung" (Lehmann 2003). Dabei geht es ebenfalls um Selbst- und Fremdwahrnehmung, Erkennen der eigenen Stärken und Schwächen, Förderung der sozialen Kompetenz etc. (ebd., S. 183 ff.).

Die während der Übungen, Spiele etc. mehr oder weniger systematisch mittels Fremdbeobachtung und -einschätzung erfassten Daten werden eventuell mit den Daten einer Selbstbefragung und -einschätzung abgeglichen, so dass auch Aussagen über Selbstwahrnehmung, -einschätzung und -reflexion möglich sind.

Die Verfahren münden in der Regel in einem Kompetenzprofil und gegebenenfalls in einer
- Förderempfehlung beispielsweise in Richtung Berufsausbildung, Arbeitsaufnahme und einer
- Feststellung des Förderbedarfs (in Bezug auf fachliche Qualifikation, Schlüsselqualifikationen, soziale Stabilisierung etc.)